#Tiefpunkte #Schlaflos #Geldsorgen #SpirituelleSehnsucht #GottUndGöttin

Es ist 04:39. Seit 2:00 Uhr morgens kann ich nicht mehr schlafen. Was mich wach hält, ist eine Sorge, die nach einer Weile wieder zurückgekehrt ist. Das Geld wir knapp. Nun, da ich so wach da lag, etwas gefühlstaub und einsam, verspürte ich eine deutliche Sehnsucht mich spirituell aufzutanken. Über die Wall einer Facebook-Freundin fand ich einen modernen, US-amerikanischen, christlichen Gottesdienst im Internet. Was mir daran gefiel: Menschen verschiedener Hautfarbe, verschiedenes Geschlechts, Alters und sozialer Situation, die diese Erfahrung teilten. Großartig. Außerdem  ein Gottesdienst, der die Menschen in ihrer modernen Alltagsrealität abholt. Social Media, Geld, Popmusik etc. wurden thematisiert.  Was mich fremd und unverbunden fühlen ließ, war das Gott immer noch mit dem männlichen Personalpronomen angesprochen wurde, also mit dem Wort „er“. Ich finde es störend. Ich steige auch innerlich aus, wenn es nur männliche Pastoren sind, die predigen. Was hier der Fall war. Autsch. Nun war ich also etwas enttäuscht von dem Gottesdienst und auch von mir selbst, dass ich mich nicht voll einlassen konnte. Ich fühlte mich einsam, verbrachte noch ein bisschen Zeit auf Youtube und als das Gefühl von Frustration, Resignation und Bitternis, das ich gerade im Bezug auf meine finanzielle Lage habe, immer stärker wurde, packte ich den Computer weg und legte mich zurück ins Bett. Ich versuchte mit der Göttin zu reden. Ich fragte mich und sie, was ich an meiner Perspektive ändern könnte, damit ein frischer Blick auf meine Situation entsteht. Ich hörte in mich hinein. Offensichtlich zirkulierte es seit dem Aufwachen in mir „Es hat alles keinen Sinn gemacht, die letzten Monate Arbeit waren für die Katz´, ich schaff es ja doch nicht von meiner freiberuflichen Tätigkeit zu leben“. Ich stellte mir spontan selbst diese Coachingfrage: „Wie könnte die verrückteste Umkehrung dieses traurigen Satzes lauten?“ Die Antwort: „Alles hat Sinn gemacht, ich habe großartige Arbeit geleistet während der letzten Monate und werde noch lange davon zehren.“ OK, klingt schon gut, aber mein Bullshit-Detektor meldete sich, es wirkt noch zu aufgesetzt und weit hergeholt. Ich versuchte tiefer hineinzuhören und fragte mich „Was könnte mein höheres Selbst mir jetzt hilfreiches mitteilen?“ Ein paar Momente und Ablenkungen später hatte ich diesen süßen Gedanken: „Du weißt jetzt viel über Geld, Marketing, Positionierung. In der nächsten Phase geht es darum deine Authentizität wieder zu stärken und den Mut zu haben sie zu teilen. Tiefpunkte sind ein natürlicher Teil des Lebens.“ Das löste Erleichterung aus. Ich spürte unmittelbar Tränen hochkommen, da das genau war was ich brauchte. Wovon ich derzeit ausgehungert bin.

Wovor ich am meisten Angst habe, ist Erfahrungen zu machen, die mich tief beschämen und professionell so zu tun, als wäre nichts. Mich vorm Scham zu schämen. Ich kann der Welt das Geschenk meiner Authentizität geben. Jeden Tag. Mich damit aktiv selbst lieben, indem ich im Schatten verborgene, innere Teile ins Licht bringe und ihnen damit signalisiere: „ihr seid angenommen, ihr seid wichtig, ich wertschätze euch, ihr seid relevant auf dieser Joanna-Reise“. Aufrichtigkeit ist eine Form von zwischenmenschlicher Großzügigkeit und Freigiebigkeit, die ich persönlich großartig finde. Wie geht es nun also weiter? Ich weiß es nicht. Mittlerweile ist es 5:13 und ich bedaure, dass mein Schlafrhythmus nun für den kommenden Tag durcheinander ist. Tiefpunkte sind ein natürlicher Teil des Lebens.

Was löst es aus, wenn du diese Zeilen ließt? Befremdet oder verärgert es dich und fühlst du dich dabei kalt? Oder ganz verbunden, warm und erleichtert? Alles ist willkommen und Ok so wie es ist. Hör mal kurz rein in dich.